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Interview im Bersenbrücker Kreisblatt (BBK)
Mit Gründung des Gesundheitszentrums Nord-West Magen- und Darmerkrankungen haben das St. Franziskus Hospital Lohne und das Christliche Krankenhaus Quakenbrück (CKQ) Anfang 2008 eine neue Kooperation im Bereich der Allgemein- und Visceralchirurgie begonnen. Der Chefarzt Dr. Peter Loermann schildert in einem Interview Hintergründe und die Umsetzung in der Praxis.
BBK: Herr Dr. Loermann, was sind die Zielsetzungen dieser Kooperation?
Dr. L: Wir wollen, dass die Häuser enger zusammenwachsen und sich miteinander verzahnen. Seit Anfang Januar sind wir in beiden Kliniken präsent, wo logistische und verfahrenstechnische Dinge angeglichen werden müssen. Es geht darum, dass die Patienten aus unserem Einzugsgebiet wohnortnah medizinisch versorgt werden.
BBK.: Als Chefarzt dieser neuen Zusammenarbeit in der Allgemein- und Bauchchirurgie, koordinieren sie die chirurgischen Eingriffe und operieren an beiden Standorten. Wie funktioniert das denn praktisch?
Dr. L.: Im Moment erfolgen die Sprechstunden über das medizinische Versorgungszentrum im Erdgeschoß des CKQ dienstags und donnerstags von 14 30 bis 17 Uhr. Feste Operationszeiten sind mittwochs und freitags. Für dringende Fälle steht jederzeit ein OP Team bereit. Die Ärzte setzen sich aus den allgemein- und visceralchirurgischen Abteilungen beider Häuser zusammen (sieben Ärzte). Die Leitung des Zentrums obliegt mir und Herrn Peters. Es ist auch ein rotierender Tausch des Personals vorgesehen.
BBK.: Welche Eingriffe werden eigentlich in der Allgemein- und Visceralchirurgie vorgenommen?
Dr.L: Die gesamte Weichteil- und Tumorchirurgie, Schilddrüsen- und Hermienchirurgie (Bauchdecken- und Leistenbruch) sowie die operative Behandlung der Speiseröhrenrefluxerkrankungen. Dazu gehören außerdem Leber - und Bauchspeicheldrüsen-operationen und chirurgische Eingriffe bei Enddarmerkrankungen (Hämorrhiden, Fisteln und Schließmuskelschwäche). In Lohne gibt es eine operative Urologie und eine interdisziplinäre Gynäkologie, mit denen eine Kooperation möglich ist. Auch ist bei diagnostiziertem Krebs eine Kooperation mit einem Onkologen vorgesehen. So kann es sein, dass ein Patient in Lohne operiert bzw. von Lohne nach Quakenbrück verlegt werden muß, weil beispielsweise eine Kooperation mit der Gefäßchirurgie in Quakenbrück notwendig sein kann. Das Zentrum kann nur leben, wenn eine OP-Entscheidung diagnoseorientiert stattfindet und kurzfristig entschieden wird, wer, wann und wo operiert wird.
BBK: Das ist ja eine ideale Lösung für Patienten, die wohnortnah medizinisch versorgt werden und nicht nach Oldenburg oder Osnabrück fahren wollen. Sie sind auch auf spezielle, sog. bariatrische Fälle spezialisiert. Was kann man sich darunter vorstellen?
Dr. L.: Übergewichtigen (Adipositias/Eßsucht), bei denen diätetische Maßnahmen versagen, kann heutzutage operativ sehr gut geholfen werden. Die bekannteste Operation ist die Implantation eines Magenbandes, damit ein schnelleres Sättigungsgefühl eintritt. Manchmal muss auch der Magen (Schlauchmagen) verkleinert werden, um das Hungergefühl zu verringern. Als dritte Form führen wir einen Magen-Bypass zur Verbesserung des Gewichtes, insbesondere bei Typ II Diabetikern.