Unsere Qualitäten

 

Hier finden Sie unsere Qualitäten im Überblick.

 

 

 

 

Angststörungen

Grundsätzliche Überlegungen

In unserer Klinik besteht ein besonderer Schwerpunkt der integrativen und multimodalen Diagnose und Behandlung von Angststörungen.

Dieses Schwerpunktzentrum ist in dieser Region einzigartig, ist aber grundsätzlich überregional ausgerichtet und wendet sich an alle potenziellen Patienten nicht nur in Norddeutschland.

Dieser Arbeitsschwerpunkt ergibt sich aus dem besonderen persönlichen Interesse und den professionellen Erfahrungen sowie wissenschaftlichen Qualifikationen des Klinikchefs.
Der Chefarzt der Klinik leitete über 10 Jahre die Angstambulanz an der Psychiatrischen Universitätsklinik München (Leitung Prof. Möller) und untersuchte und behandelte in diesem Rahmen Angstpatienten mit unterschiedlichen Diagnosen persönlich.

Er gilt seit vielen Jahren als anerkannter Experte auf dem Gebiet der Diagnose und Differentialdiagnose sowie multimodalen Therapie der Angststörungen.

Der Chefarzt der Klinik ist durch eine große Anzahl von wissenschaftlichen Publikationen in deutscher und englischer Sprache sowie eine umfassende Vortragstätigkeit auf Fachkongressen und ärztlich – psychotherapeutischen Weiterbildungen ausgewiesen.

Aufgrund seiner umfassenden psychologischen und medizinischen Ausbildung besteht ein besonderes Interesse für Patienten mit Angststörungen.
Sein Bestreben ist es, die Möglichkeiten einer modernen Diagnostik und Therapie unideologisch und mit Blick auf das Einzelschicksal des Patienten effektiv einzusetzen.

Angststörungen gehören mit einer Lebenszeitprävalenz von bis zu 25% zu den häufigsten psychiatrischen Erkrankungen.
Bei keiner psychiatrischen Krankheitsgruppe ist vermutlich das Ausmaß mangelhafter oder fehlerhafter Diagnostik und Therapie so groß.
Vermutlich werden nur 10 bis 20% der Patienten derzeit in unserem Gesundheitssystem adäquat diagnostiziert und behandelt.

Im medizinischen System bleiben Angstpatienten bis heute weitgehend ausgegrenzt, viele Patienten fühlen sich zu Recht missverstanden.
Ihre Symptomatik wird häufig nicht ernst genommen, die Patienten werden zuweilen belächelt und vertröstet.
Angstpatienten entwickeln häufig die Idee, dass Sie körperlich krank sind und haben Angst vor der Diagnose einer psychologischen Störung und/ oder psychiatrischen Erkrankung und wenden sich insofern nicht oder ungern an medizinisch– psychologische Stellen und Einrichtungen.
Die meisten Angstpatienten werden von Hausärzten behandelt.
Nicht wenige Patienten finden sich mit ihrem Schicksal ab und resignieren.

Die Folgen einer unerkannten und nicht adäquat behandelten Angststörung sind vielfältig:
Neben dem persönlichen Leidensdruck sind z.T. schwerwiegende Beeinträchtigungen der sozialen Beziehungen, der Berufswahl und Berufstätigkeit die Folge.
Suizidgedanken und Suizidversuche sind nicht selten und unterstreichen, dass im Gegensatz zu manchen Vorurteilen bei Ärzten und Therapeuten wie auch Laien Angsterkrankungen schwerwiegend und auch chronisch verlaufen können.
 
Grundsätzliches zu klinischen Angstformen

Jede Angst besteht normalerweise aus den Komponenten des Angstgefühls (emotionaler Aspekt), den körperlichen Begleitphänomenen wie Herzklopfen, den spezifischen Gedanken wie Sorgen und dem Konflikt zwischen der Vermeidung und/ oder  Konfrontation mit den bedeutsamen individuellen angstauslösenden Situation.
Eine Angst wird dann krankhaft, wenn die Intensität des Erlebens dieser Komponenten ein bestimmtes Ausmaß überschreitet und als unangemessen empfunden wird.
Es besteht also ein Kontinuum von einem gesunden Erleben über eine Befindlichkeitsstörung bis hin zu krankhaften Formen.

Die Ursachen von Angststörungen sind vielfältig:
Neben psychologischen Faktoren, wie z.B. die überängstliche Bewertung körperlicher Signale sind biologische Faktoren wie ein gestörter Serotonin– und Noradrenalinstoffwechsel bedeutsam.

Das medizinische Klassifikationssystem psychiatrischer Erkrankungen (ICD– 10) ermöglicht eine operationale, unter dem Gesichtspunkt der klinischen Symptomatik klare Unterscheidung in verschiedene Angststörungen.
Das sog. klinische Angstbasismodell beinhaltet eine theoretische Konzeption dieser psychopathologischen Merkmale, die sich klinisch gut diagnostizieren lassen (Boerner, 2001).

Für bis zu 80% der Patienten gilt, dass nicht nur eine Erkrankung vorliegt, sondern mehrere, hierbei nicht nur mit anderen Angststörungen, sondern z.B. auch Depressionen, Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen (sog. Komorbidität).

Um fatale diagnostische und therapeutische Fehlentscheidungen zu vermeiden, ist zunächst und vordringlich eine sorgfältige differentialdiagnostische Abklärung der Symptomatik erforderlich.
Zunächst muss im Rahmen einer gezielten somatischen Diagnostik der Ausschluss einer körperlicher Erkrankung, wie z.B. einer Hyperthyreose erfolgen.
Dies kann effizient und schnell insbesondere in unserem Klinikum mit den unterschiedlichsten medizinischen Spezifitäten vorgenommen werden.
Daran schließt sich die diagnostische Einordnung im psychiatrisch– psychotherapeutischen Fachgebiet an.
Hierbei ist vor allem die Kompetenz und Erfahrung in der Abgrenzung zu anderen psychiatrischen Erkrankungen gefordert, wie sie vor allem im psychiatrischen Setting unseres Hauses gegeben ist, um beispielsweise die Verwechslung mit einer Depression und den daraus resultierenden Konsequenzen einer ganz anderen Therapie zu vermeiden.

Grundsätzliches zur unserem Therapieverständnis

Angst hat viele Facetten.

Krankhafte Angstformen wirklich verstehen zu wollen, erfordert es, einen umfassenden theoretischen und klinischen Blickwinkel anzulegen, der eine biologische, psychologische, sozialwissenschaftliche und auch kulturelle Perspektive einschließt.

Sich dem einzelnen Patienten zu nähern und seine persönliche Realität in und mit seiner Erkrankung nachzuvollziehen, bedeutet, o.g. Kompetenzen unter Berücksichtigung der individuellen Biografie einzubringen und unter Einsatz etablierter Standards von Diagnostik und Therapie individualisierte diagnostische und therapeutische Prozesse einzuleiten.

Jenseits der aktuellen, teils schlagwortartig verkürzten und wohlklingenden, aber auch teilweise inhaltsleeren Zielbegriffe, wie multimodale oder integrative Therapie, ist es unser Ziel, die Vielfältigkeit, aber auch Besonderheit und Unterschiedlichkeit der verschiedenen Therapieansätze zum Wohle des Patienten, in kompetenter Weise abzuwägen und einzusetzen.

Wie oben dargestellt, sind isolierte Angststörungen selten. Im Regelfall liegt ein Kombination verschiedener psychiatrischer Störungen vor.
Die in wissenschaftlichen Studien erprobten medikamentösen und therapeutischen Verfahren sind aber nur an Patienten mit isolierten Angststörungen untersucht worden. Insoweit stellt sich unsere Aufgabe, die Therapie unserer Patienten so zu organisieren, dass der tatsächlichen Problemsituation komplexer Störungen Rechnung getragen wird.

Hierbei setzen wir zum einen auf die verschiedenen Möglichkeiten einer differenziert und indikationsspezifisch eingesetzten effizienten medikamentösen Therapie.

Für die verschiedenen Angststörungen bestehen heute zahlreiche, von der Arzneimittelbehörde zugelassene Medikamente, die bei sachgerechter Anwendung bei den unterschiedlichen Angststörungen, der Panikstörung, der Agoraphobie, der Generalisierten Angststörung und der sozialen Phobie, und der Posttraumatischen Belastungsstörung eingesetzt werden.

Ein Überblick über die Datenlage der wissenschaftlichen Studien zeigt, dass bei unkomplizierten Angststörungen innerhalb weniger Wochen bei bis zu 60% ohne begleitende Psychotherapie eine deutliche Verbesserung der Symptomatik bis hin zur vollständigen Gesundheit möglich ist. (Boerner, 2002 und 2005)
Der Einsatz von Antidepressiva wie sog. Serotoninwiederaufnahmehemmern (SSRI) und neueren sog. dualen Antidepressiva steht hierbei im Vordergrund.
Es werden aber auch im Einzelfall klassische Antidepressiva wie Imipramin, für das 1960 erste Erfolge in der Therapie der Panikstörung nachgewiesen wurde, MAO- Hemmer und Benzodiazepine eingesetzt (s. Tab1.). 
Darüber hinaus spielen auch neuere Substanzen wie der α-2-delta Ligand Pregabalin sowie atypische Neuroleptika eine wichtige Rolle in der Therapie der Angststörungen. Im nachfolgenden Link finden Sie eine Gesamtübersicht über den Zulassungsstatus der verschiedenen Psychopharmaka.Darüber hinaus spielen auch neuere Substanzen wie der α-2-delta Ligand Pregabalin sowie atypische Neuroleptika eine wichtige Rolle in der Therapie der Angststörungen. Im nachfolgenden Link finden Sie eine Gesamtübersicht über den Zulassungsstatus der verschiedenen Psychopharmaka.

Standards der Pharmakotherapie von Angststörungen
[In: Boerner RJ. State of the Art – Angststörungen. PharmaFokusZNS; 2007 4: 26-28]

Der medikamentöse Behandlungsweg ist entsprechend der komplexen Ätiologie der Angststörungen somit sehr erfolgversprechend und bedarf keineswegs zwingend einer begleitenden Psychotherapie, wie auch umgekehrt die Psychotherapie nicht immer von einer medikamentösen Behandlung begleitet werden muss.

Nicht wenige Angstpatienten haben ungerechtfertigte Ängste und Vorbehalte gegenüber Medikamenten, befürchten Nebenwirkungen, mögliche Veränderungen Ihrer Persönlichkeit oder Abhängigkeit und Gewöhnung.
Diese Ängste sind bei sachgerechter Therapie mit Medikamenten vollständig unbegründet. Neben den Ergebnissen wissenschaftlich kontrollierter Studien zeigen viele veröffentlichte Therapien von Einzelpatienten, welche Erfolge mittels einer medikamentösen Therapie auch bei komplizierten Krankheitsverläufen dauerhaft möglich sind (Boerner, 1995; 2001; Boerner&Hoffmann, 2005).
Diese Ergebnisse und Erfahrungen sollten Angstpatienten ermutigen, diese Behandlungsmöglichkeiten zu nutzen.
 
Neben der medikamentösen Behandlung setzen wir auch Verfahren der Verhaltenstherapie (VT) bzw. andere psychotherapeutische Konzepte und Ideen ein.
Pathologische Ängste können auch als Folgen falscher Lernprozesse entstehen.
Nach einer ausführlichen biografischen und Problemanalyse wird ein heuristisches, individuelles Erklärungsmodell erstellt, aus dem dann Therapieziele und -Methoden abgeleitet werden.
Das kognitive Training (Erlernen neuer Strategien im Umgang mit der Angst) ist begleitet von Verfahren der Konfrontation mit der Angst (in der Vorstellung oder real, mit und ohne unmittelbarer therapeutische Unterstützung).
Das Grundkonzept der VT ist problemorientiert, interaktionell- prozessorientiert und auf Transparenz und Wirksamkeitskontrolle des therapeutisches Vorgehens gerichtet.
Das Ziel ist die Wiederherstellung der Autonomie des Patienten.

Andere Verfahren die im Rahmen unserer Angsttherapie eingesetzt werden, sind psychodynamisch und gesprächstherapeutisch orientiert.

Der diagnostische und therapeutische Prozess in der Klinik wird unserem Verständnis nach auch auf therapeutischer Seite offen, unideologisch und kooperativ gestaltet.
Es besteht also kein einfaches (additives) Nebeneinander der Therapeuten unterschiedlicher Ausbildung, sondern ein interaktiver Prozess, in dem das jeweilige Vorverständnis und die persönlichen Auffassungen reflektiert und hinterfragt werden.
So sollen Therapeuten verschiedener Richtungen voneinander im Interesse unserer Angstpatienten lernen und diese Erfahrungen zum Nutzen unserer Patienten einsetzen.

Ausgehend von diesem Grundverständnis ist es unser Ziel, jedem Angstpatienten, entsprechend der wissenschaftlich nachgewiesenen Wirksamkeit und Erfahrung, das für seine Erkrankung optimale therapeutische Angebot machen zu können.
Dies kann im Rahmen der Institutsambulanz oder stationär geschehen.
Wir verweisen auf unsere spezielle Expertise auf diesem Gebiet, die spezifische Atmosphäre unserer Klinik sowie auf Möglichkeiten, die sich aus der Vernetzung unseres Hauses mit den anderen medizinischen Fächern ergeben.

Neue Verfahren zur Diagnostik von Angststörungen (DANDTE, BOEAS)

 

Ärztlicher Koordinator/
Chefarzt Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie:

Univ.-Prof.
Dr. med. Dr. scient. pth. Dipl.-Psych.
Reinhard J. Boerner
(Curriculum Vitae, Publikationen, Vortragstätigkeit)


Oberärzte:
Dr. med. M. Kaufold
S. Schuchardt

Funktionsoberärztinnen:
Dr. med. C. Lichtblau

Leitende Dipl.-Psychologin:
F. Lühring
E-Mail: f.luehringnoSpam@noSpamckq-gmbh.de 

Sekretariat:
Tel.: 05431.15-27 02
Fax: 05431.15-27 11

E-Mail:
psychiatrienoSpam@noSpamckq-gmbh.de

Patientenanmeldung:
(stationär, teilstationär, ambulant)
05431.15-1743

E-Mail: pianoSpam@noSpamckq-gmbh.de