Unsere Qualitäten

 

Hier finden Sie unsere Qualitäten im Überblick.

 

 

 

 

Zwangsstörungen

Bei der Zwangsstörung handelt es sich um eine wichtige psychische Störung, mit einer Häufigkeit von bis zu 3% der Bevölkerung bezüglich der Lebenszeitspanne (Bebbington, 1998).

Das mittlere Erkrankungsalter liegt bei 20 Jahren. Die sog. Komorbidität, d.h. das gleichzeitige Auftreten weiterer psychischer Störungen ist typisch.

So wird das Auftreten affektiver Störungen (z.B. Depressionen) mit 63%, Angststörungen mit bis zu 75% sowie Substanzabhängigkeit (z.B. Alkohol) mit bis zu 40% geschätzt (Abramowitz, 2004; Nestadt, 2003; Rasmussen & Eisen, 1992; Ruscio et al., 2008).

Der Verlauf ist häufig chronisch mit Intervallen, in der Langzeitstudie von Skoog & Skoog (1999) (Beobachtungsdauer 47 Jahre) zeigte sich nur bei 20% eine vollständige Remission, 52% litten immer noch unter einer klinischen Symptomatik, 28% zeigten Zwangssymptome, bei 8% wurde eine gravierende Verschlechterung der Symptomatik beschrieben.
 

In den letzten Jahrzehnten wurden durch empirische Studien gestützte Therapieverfahren entwickelt.

In Deutschland wurde 2011 eine S-3-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von Zwangsstörungen entwickelt, an der prominente Fachvertreter wie Vertreter von 27 verschiedenen Fachgesellschaften beteiligt waren.

Dr. med. Dr. scient. pth. Dipl.-Psych. RJ Boerner war als Vertreter der Deutschen Gesellschaft für Gerontopsychiatrie und –psychotherapie an der Erarbeitung beteiligt.

Hierbei konnte Übereinstimmung dahingehend erzielt werden, dass für die psychotherapeutischen Verfahren die Verhaltenstherapie als Therapie der ersten Wahl anzusehen ist, daneben kommt auch eine gezielte Therapie mit Antidepressiva in Frage.

Für psychodynamisch-psychoanalytische Ansätze fehlen bisher aussagekräftige Studien.

Trotz dieser empirisch gesicherten Therapieverfahren bestehen deutliche Diskrepanzen zur Versorgungspraxis.

Im Durchschnitt dauert es 7,5 Jahre, bis Zwangspatienten eine professionelle Behandlung aufsuchen (Reinecker, 1998). Vermutlich nur 1/3 der Zwangspatienten suchen jemals einen Arzt auf (Kolada et al., 1994; Mayerovitch et al., 2003).

Nur 2,9 – max. 30,9% aller Zwangspatienten erhalten eine spezifische Therapie (Ruscio et al., 2008), dies bedeutet, dass bis zu 97,1% keine standardisierte, evidenzbasierte Therapie erfahren.

In einer britischen Studie (British Psychiatric Morbidity Survey, 2000) zeigte sich, dass 20% eine Medikation erhielten, 5% psychotherapeutisch behandelt wurden, 15% erhielten eine Kombination aus Medikation und Psychotherapie.

Allerdings erhielten nur 2% ein Antidepressivum vom Typ SSRI (Therapie der ersten Wahl bei der Zwangsstörung).

Jüngst zeigte eine deutsche Studie von Wahl et al. (2010), dass 70% der ambulanten Patienten mit einer Zwangsstörung nicht diagnostiziert werden. Von den 45% angeschriebenen Behandlern gaben immerhin 55,7% an, keine Expositionsübungen bei ihrer Therapie einzusetzen (Külz et al., 2009), obwohl dies als wesentliche psychotherapeutische Intervention gilt.

Unter den Verhaltenstherapeuten in Deutschland gibt es vergleichsweise wenige, die über eine ausreichende Expertise in der Diagnostik und Therapie dieser Störung verfügen und die entsprechenden Verfahren auch in ihrer (ambulanten) therapeutischen Praxis einsetzen.
 

Als spezialisierte Klinik sehen wir es als unsere Verpflichtung an, einen Beitrag zur quantitativ-qualitativen Verbesserung der psychiatrisch- psychotherapeutischen Versorgung von Patienten mit Zwangssyndromen/-störungen zu leisten.
 

Mit Frau Dipl.-Psych. Janßen verfügen wir über eine in der Diagnostik und Therapie von Zwangssyndromen/-störungen erfahrene Therapeutin. Unsere Klinik bzw. Frau Dipl.-Psych. Janßen sind als spezialisierte Ansprechpartner auf einer bundesweiten Liste der Deutschen Gesellschaft Zwangserkrankungen e.V. geführt.

PatientInnen können sich über die Psychiatrische Institutsambulanz (PIA) unmittelbar an uns wenden und einen Termin für eine ambulante Vorstellung vereinbaren.

Neben einer suffizienten ambulanten Therapie stehen wir ggf. auch für eine teilstationäre oder stationäre Therapie zur Verfügung.
 

Wir freuen uns, mit diesem spezialisierten Therapieangebot möglichst viele PatientInnen zu erreichen.

 

Ärztlicher Koordinator/
Chefarzt Klinik für Psychiatrie
und Psychotherapie:

Univ.-Prof.
Dr. med. Dr. scient. pth. Dipl.-Psych.
Reinhard J. Boerner
(Curriculum Vitae, Publikationen, Vortragstätigkeit)


Oberärzte:
Dr. med. M. Kaufold
S. Schuchardt

Funktionsoberärztinnen:
Dr. med. C. Lichtblau

Leitende Dipl.-Psychologin:
F. Lühring
E-Mail: f.luehringnoSpam@noSpamckq-gmbh.de 

Sekretariat:
Tel.: 05431.15-27 02
Fax: 05431.15-27 11

E-Mail:
psychiatrienoSpam@noSpamckq-gmbh.de

Patientenanmeldung:
(stationär, teilstationär, ambulant)
05431.15-1743

E-Mail: pianoSpam@noSpamckq-gmbh.de