Medizinisch hervorragend aufgestellt, aber Sorge um unklare Finanzierungslage der Krankenhäuser
Im Fokus standen die Themen Leistungsgruppen, Krankenhausfinanzierung, ambulante Versorgung und Diabetes-Zentrum
Das Christliche Krankenhaus richtet als bedeutender Leuchtturm der Gesundheitsversorgung im Osnabrücker Nordkreis den Blick nach vorne – und das ungeachtet der großen Unsicherheiten in der Krankenhausfinanzierung in Deutschland. Hiervon überzeugte sich Landrätin Anna Kebschull gemeinsam mit dem Ersten Kreisrat Malte Stakowski und dem Leiter des Gesundheitsdienstes für den Landkreis und die Stadt Osnabrück, Dr. Gerhard Bojara, bei einem Besuch in Quakenbrück.
CKQ-Geschäftsführer Ralph Ehring begrüßte die Gäste sehr herzlich und gab zunächst einen kurzen Überblick über die derzeitige Situation und die Leistungsgruppen des CKQ. Auch zeigte er Strategien und Perspektiven für die weitere Entwicklung in Quakenbrück und Löningen auf. „Dank der strategisch weitsichtigen Planung und Entwicklung ist unser Klinikkonzern qualitativ, strukturell und personell sehr gut aufgestellt.“ So habe man in den vergangenen Jahren wichtige Maßnahmen ergriffen, um der medizinischen Versorgung der Bevölkerung langfristig eine feste Basis zu geben. Beispiele hierfür seien die Eröffnung der Gynäkologie und Geburtshilfe in Quakenbrück 2023, aber auch die Gründung des interdisziplinären Neuro-Zentrums und die Einrichtung der Neurologisch-neurochirurgischen Früh-Rehabilitation und die anstehende Eröffnung der DBT-Tagesklinik (Dialektisch Behaviourale Therapie) für Emotionsregulations- und Traumafolgestörungen im Oktober 2025.
„Wir möchten auch weiterhin verlässlich unserem Versorgungsauftrag gerecht werden“, betont Ehring, „doch wir sehen uns wie alle Kliniken mit einer unklaren und unzureichenden Finanzierungslage seitens der Kostenträger, des Landes und des Bundes konfrontiert und stehen vor enormen finanziellen Herausforderungen.“
Manoshi Pakrasi, Chefärztin der Psychiatrie und Psychotherapie sowie Leiterin des Zentrums für seelische Gesundheit, gab in ihrem Impulsvortrag einen Einblick in die Arbeit des Zentrums sowie die geplante DBT-Tagesklinik. In der Patientenversorgung sehe sie in den Tageskliniken das Modell der Zukunft, erläuterte Pakrasi. Weiteres Thema war das vom CKQ im Juni 2025 gegründete Neuro-Zentrum, das interdisziplinär aufgestellt ist und viele hochkomplexe Erkrankungen behandelt.
Über die Arbeit des renommierten und überregional anerkannten Diabetes-Zentrums berichtete anschließend Chefarzt Dr. Florian Thienel. In diesem Monat wurde das Zentrum zum wiederholten Male von der Deutschen Diabetes-Gesellschaft als Diabetes Exzellenzzentrum DDG ausgezeichnet. „Wir sind in der Region zwischen Oldenburg und Greven, also in einem Umkreis von rund 150 Kilometern das einzige Zentrum, das diese hochspezialisierte Versorgung für Diabetes-Patienten bietet“, erklärt Thienel.
„Wir konnten uns vor Ort erneut von der beeindruckenden Entwicklung des CKQ überzeugen. Die Zukunftsfähigkeit dieses Hauses liegt uns im Hinblick auf die Gesundheitsversorgung im nördlichen Landkreis Osnabrück sehr am Herzen. Zur positiven Entwicklung der medizinischen Angebote stehen wir im ständigen Austausch mit dem Haus und weiteren Akteuren aus Region und Land“, so Landrätin Anna Kebschull. Die Gesundheitsversorgung zählt zu unseren zentralen Anliegen als Landkreis. Wir wollen uns als Landkreis nach zahlreichen Umbrüchen in der medizinischen Versorgung in diesem Bereich neu aufstellen und sind derzeit dabei, unsere Versorgungsstrukturen grundlegend mit einem Gutachten zu betrachten. Für einen umfassenden Blick auf unsere medizinische Versorgung sind aber darüber hinaus solche direkten Eindrücke und Gespräche vor Ort unverzichtbar.“
Eine Besichtigung der Baustelle des neuen Bettenhauses für rund 110 Betten, dessen Rohbau Ende September 2025 fertiggestellt werden wird, schloss den Besuch ab.
Bildunterschrift:
Allmählich nimmt das neue Bettenhaus Formen an (v.l.: Manfred Janknecht, Prokurist, Manoshi Pakrasi, Chefärztin Psychiatrie und Psychotherapie, Pflegedirektor Michael Puncak, Landrätin Anna Kebschull, CKQ-Geschäftsführer Ralph Ehring, Leiter des Gesundheitsdienstes für den Landkreis und die Stadt Osnabrück, Dr. Gerhard Bojara und Erster Kreisrat Malte Stakowski.






