Im Quakenbrücker Endoprothetikzentrum der Maximalversorgung werden Eingriffe genau auf die individuellen Bedürfnisse der Patienten zugeschnitten
Seit kurzem setzt das Christliche Krankenhaus in der Knieendoprothetik robotikgestützte Chirurgie (CORI®-System) ein. Und das mit großem Erfolg, wie die beiden Chirurgen Dr. Holger Bode, Chefarzt, und Patrick Klauke, Leiter des Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung, berichten. Der robotikgestützte Knieersatz ist eine Behandlungsoption zur Linderung von Schmerzen, die durch Gelenkverschleiß aufgrund von Arthrose verursacht werden und hat im Vergleich zu herkömmlichen Techniken eine deutlich verbesserte Genauigkeit gezeigt.
Wie funktioniert nun das robotikgestützte System?
Beim Einsatz des CORI®-Systems kann auf eine Computertomographie (CT) vor der OP verzichtet werden. Stattdessen erfassen die Chirurgen zu Beginn der Operation die individuelle Anatomie und Bänderspannung des jeweiligen Kniegelenks. Mithilfe des Robotiksystems werden sogenannte Tracker am Oberschenkelknochen und am Schienbein mit vier kleinen chirurgischen Stiften befestigt. Diese Tracker bieten dem Chirurgen während des Eingriffs einen konstanten Bezugspunkt. Mittels Computerunterstützung wird in dann in Echtzeit ein hochdetailliertes, dreidimensionales Modell erstellt. So ersparen sich die Patienten den zusätzlichen CT-Termin und die damit verbundene Strahlenbelastung.
„Durch das bildfreie, intelligente Mapping der Knochenanatomie können wir mit dem CORI-System einen personalisierten Operationsplan erstellen und die ideale Implantatgröße, -ausrichtung und -position auf der Grundlage der einzigartigen Anatomie jedes Patienten ermitteln“, erklären Dr. Bode und Patrick Klauke. Das System ermögliche es außerdem, den Operationsplan intraoperativ virtuell zu modifizieren, außerdem assistiere es bei der Durchführung präziser Knochenresektionen, so Bode.
„Auf Basis des präzisen 3D-Modells planen wir die Operation digital am Bildschirm. Dabei stimmen wir die optimale Größe, Ausrichtung und Position der Prothesenkomponenten exakt auf die jeweilige Anatomie unseres Patienten ab“, erklärt Patrick Klauke. Gleichzeitig werde die Stabilität der Bänder und die natürliche Gelenkfunktion in der Bewegung simuliert, um ein harmonisches und stabiles Bewegungsmuster zu gewährleisten.
Während der OP arbeiten die Chirurgen mit einer handgeführten robotischen Präzisionsfräse. Das System agiert dabei wie ein digitaler Leitfaden und stellt sicher, dass der zuvor erstellte, individuelle Plan exakt umgesetzt wird. Eine virtuelle Schutzbarriere sorgt dafür, dass das Instrument stoppt, bevor gesunder Knochen oder wichtige Weichteile verletzt werden könnten. So wird nur der erkrankte Knochen abgetragen, das gesunde Gewebe bleibt unangetastet.
„Wir freuen uns, dass wir unseren Patientinnen und Patienten die neue Technologie anbieten können“, so Dr. Bode und Patrick Klauke. „Diese Erweiterung unseres orthopädischen Leistungsspektrums unterstreicht unser Engagement für eine herausragende Gesundheitsversorgung durch die neuesten technologischen Fortschritte.‘‘
Abbildungen:
1. Das OP-Team um Patrick Klauke (2. v. r.) und Dr. Holger Bode (ganz rechts) hochkonzentriert während der Operation.
2. Bildschirmansicht: Planung eines Implantats. Mit Hilfe der an Oberschenkelknochen und Schienbein befestigten kleinen chirurgischen Stifte (sog. Tracker) erfasst das Robotiksystem das individuelle Modell des Kniegelenks. So kann die korrekte Größe und Position für das Implantat ermittelt werden.
3. Chirurg Patrick Klauke entfernt das geschädigte Knochengewebe, assistiert von der handgeführten robotischen Präzisionsfräse, um Platz für das Implantat zu schaffen. Das Modell auf dem Bildschirm zeigt das zu entfernende Knochengewebe an.
Foto 2: Smith + Nephew/Bernd Vogel








